Impuls zum 24. Dezember

Liebe Leserinnen,
liebe Leser des digitalen Adventskalenders,
heute ist es wieder soweit! Die Geschenke werden ausgetauscht. Der Weihnachtsbaum leuchtet. Vielleicht steht einen Krippe mit dem Geschehen von Bethlehem im Zimmer und die Weihnachtslieder entweder selber gesungen oder von der Weihnachts – CD abgespielt. Die Kinderkrippenandacht ist besucht worden, wenn Kinder da sind und in der Nacht die Christmette aufgesucht. Am Schluss des Gottesdienstes wird meistens das beliebteste Weihnachtslied in Deutschland gesungen. Dazu verdunkelt der Küster oder die Küsterin den Gottesdienstraum. Nur die Kerzen leuchten in der Kirche, am Weihnachtsbaum und an der Krippe. Und dann erklingt es: Stille Nacht! heilige Nacht!”, ein Lied mit drei Strophen. Viele gehen schon deshalb in eine Kirche, um dieses Lied zu hören, weil sie spüren, diese Welt ist keine heile Welt und die Sehnsucht nach dem Sinn im Leben ist kurzzeitig da. Aber leider bleibt es nicht dabei und das Fest ist schnell wieder vergessen. Doch Weihnachten ist anders, als wie es in der 1. Strophe gesungen wird: “Alles schläft, einsam wacht nur das traute hoch heilige Paar, goldener Knabe im lockigen Haar, schlaf in himmlischer Ruh!” Nein, keine Herberge, kein warmes Bett, einen Unterstand für Hirte und ihre Schafe ist der Ort der Geburt des Messias und seine erste Schlafstätte ist ein Futtertrog. Man hat viele Parodien auf das Lied geschrieben, weil es das Elend seiner Zeit romantisch verdunkelte. Lesen wir einmal ein Kostprobe aus dem Jahr 1894: “Stille Nacht, traurige Nacht, ringsumher Lichterpracht. In den Hütten nur Elend und Not, kalt und öde, kein Licht und kein Brot, schläft die Armut auf Stroh.” Und wie viele könnten heute diesen Text singen? Krieg, Hunger, Hass und Gewalt, Vertreibung und Flucht, Übervorteilung, Missbrauch und Lieblosigkeit sind nicht aus der Welt geschafft. Und wir als Christen spielen dabei nicht gerade eine rühmliche Rolle, auch ich nicht. Wo sind wir, wo bin ich, um eine gerechte Welt zu schaffen, wo alles menschliche Leiden und die Not, die wir produzieren, endlich eine Ende findet? Die gerechte Welt wird eine Utopie blieben. Wir aber sollten die Hände nicht stillhalten und wie unser Vorbild Adolph Kolping mitwirken, Stück für Stück etwas zu ändern, damit das menschliche Angesicht Würde erhält. Jesus hat diese Würde allen gegeben, an den Rand des Lebens geschoben wurden. Leider hat man dieses Lied auf drei Strophen reduziert. Vielleich aber kann uns die 4. Strophen wachrütteln aus dem Urtext: “Stille Nacht! Heilige Nacht! Wo sich heut´alle Macht väterlicher Liebe ergoß, und als Bruder huldvoll umschloß Jesus die Völker der Welt, Jesus die Völker der Welt”. Ja, Gottes Liebe hat Fleisch angenommen und ist unser Bruder geworden. Er umschließt alle Menschen, keine oder keiner ist ausgeschlossen aus dem Reich Gottes. Denn er nimmt sich unser an, trägt uns und lässt uns hoffen, dass das Gute siegt. Wir aber dürfen uns an der Devise orientieren: “Mach`s wie Gott und werde Mensch!”, quasi wie der Sohn Gottes.
Bedanken möchte ich mich bei allen, die wieder dazu beigtragen haben, die 24 Tage spirituell zu begleiten mit ihren Gedanken. Und wir hoffen, Euch/Sie im nächsten Jahr begrüßen zu können mit dem digitalen Adventskalender und mit den Impulsen durch die Adventszeit 2019 dem Weihnachtsfest näher zu führen.
Euch/Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Jahr 2019, getragen von Gottes Gnade und Treu. Lassen wir uns begleiten von seiner Liebe. So komme sein Segen über Euch im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.