Gründonnerstag 2023

Was macht mich als Christ aus? Was unterscheidet mich von Menschen, die Gott nicht kennen, mit der Kirche nichts „am Hut“ haben wollen oder bewusst die Frage nach der Existenz eines liebenden Gottes für sich selbst negativ beantwortet haben? Menschen, die aber trotzdem von sich ehrlich behaupten, ein erfüllendes Leben zu führen? An keinem anderen Tag im Jahr ist die Antwort auf diese Frage so sehr in der Liturgie der Kirche zu finden, wie am Gründonnerstag. In vielen Gemeinden werden an diesem Tag vom Priester ausgewählten Kindern, Frauen und Männern die Füße gewaschen, als Zeichen der dienenden Kirche, so wie Jesus es uns vorgelebt hat. In der Eucharistiefeier wird, so wie in keinem anderen Gottesdienst, das Geschehen beim letzten Abendmahl präsent. Und am Abend sind wir eingeladen, wach zu bleiben, zu beten, so wie Jesus es in der Nacht seiner Verhaftung mit seinen Jüngern getan hat – auch wenn diese mehrmals dabei eingeschlafen sind.

Dieser Dreiklang – das Dienen, das Teilen und das Wachbleiben – macht den Gründonnerstag für mich persönlich zu einem ganz wichtigen Tag im Jahr. Denn er symbolisiert das, was mich als Christ ausmachen soll: meiner Umwelt dienen, gemeinsam das Brot brechen und nicht müde werden, aufmerksam zu bleiben – für Gott, für die anderen, für mich.

Markus Milke



Palmsonntag 2023

Als Berufspendler ist man täglich mit Bus und Bahn unterwegs und man sieht mit der Zeit, wie sich so eine Weltstadt wie Berlin sich weiterentwickelt. Auf beiden Seiten der Bahnfenster kann man immer wieder neue Kräne und Baustellen beobachten. So sind es nicht nur die Häuser oder Gebäude, die gefühlt von jetzt auf gleich in den Himmel ragen, sondern auch die Menschen, die die Welt zu einer anderen machen. Morgens um 7:00 Uhr trifft man oft nur die gleichen Leute, die auf dem Weg sind. Das sieht am Nachmittag schon anders aus. Die Stadt platzt an manchen Stellen nicht nur gefühlt auseinander, sondern vermittelt gleichzeitig die Schnelllebigkeit der heutigen Zeit. Leute, die über die Straße rennen, die an einem vorbei gehen und keine Rücksicht auf andere nehmen. Das Menschliche geht in meinen Augen sehr stark zurück und ist in allen Altersgruppen wieder ausbaufähig.

Was haben die Leute auf den Straßen von Jerusalem gemacht, als Jesus ankam? Sie haben sich miteinander die Zeit für den Glauben an eine gemeinsame Welt genommen, ohne sich dabei gegenseitig auszugrenzen, sondern einladend jeden auf diese Reise mitzunehmen.

So ermutige ich uns, die bevorstehende Karwoche im Glauben miteinander zu begehen und die Augen füreinander offen zu halten.

Kolpingjugend DV Berlin

Sebastian Rybot

Kreuzweg auf dem Pfad der Erinnerungen

Auf dem Pfad der Erinnerung fand erstmalig ein Kreuzweg der Kolpingjugend statt. Von der evangelischen Sühne Christi Kirche aus lief die Gruppe gemeinsam mit Pfr. Lutz Nehk zur Gedenkkirche Maria Regina Martyrum. Die Stationen waren an den Steelen des Pfades angelehnt. So wurden die biblischen Stellen mit der Erinnerung des Pfades und der aktuellen Situation verknüpft. An jeder Station wurde eine Segensband an das mitgetragene „GEGEN DAS VERGESSEN Kreuz“ geknüpft. Auf diesem wurde die jeweilige Station zusammengefasst. Auf diesen steht: „- Schenke uns Mut, und erleuchte die Mächtigen. – Herr, du kennst uns beim Namen. – Für den Frieden einstehen. – Maria, unsere Mutter. Auferstehung.“ Es war ein gelungener Kreuzweg konnte man im Anschluss hören. Der Pfad der Erinnerung war den meisten nicht bekannt und hat Neugierig auf mehr gemacht. Im nächsten Jahr wollen wir wieder einen Kreuzweg anbieten.

Bild und Text: Daniel Buchholz

Heiligabend

Liebe Leserinnen und Leser des digitalen Adventskalenders,

heute ist Heiliger Abend. Die Zeit bis zum Untergang der Sonne ist adventlich geprägt. Advent heißt „Ankunft“ dessen, den wir Christen herbeisehnen: Jesus Christus, um die Welt zu vollenden! Darum beten wir auch im Advent. In der Tagesliturgie vom Heiligen Abend begegnet uns Zacharias, der der Botschaft des Engels nicht glaubte, seine Frau Elisabeth bekomme ein Kind. Er wurde mit Sprachlosigkeit geschlagen. Doch Zacharias bekam sie wieder bei der Namensnennung seines Sohnes durch Elisabeth: „Johannes“. Er stimmt nach der Geburt einen Lobgesang „Bendiktus“ (Lk 1, 67-80) auf das Eingreifen Gottes an. Dieser Gott bereitete durch Johannes, dem Täufer den Weg zu Jesus. Durch den ganzen Lobgesang wird es zu einem Loblied auf Gott, der die menschliche Geschichte neu schreibt. Heute sind wir seine Botinnen und Boten in einer Welt, die davon künden sollen, es gibt einen Weg zum vollkommenen Frieden, weil die Mächte, die uns hier bedrohen, durch „das aufstrahlende Licht aus der Höhe“ überwunden sind. Diese Kraft wünsche ich uns, seine Zeugen zu sein.

Ihr/Euer

Thomas Markgraff-Kosch, Präses der KF Tempelhof (Text und Bild)

Im Namen der Diözesanleitung wünsche ich euch allen eine gesegnete Weihnacht voller Licht und Freude. Wir wünschen euch besinnliche Stunden oder eine ruhige Arbeit. Möge der Segen Gottes, der uns heute geboren wird, über dich und alle deine Lieben leuchten.

Daniel Buchholz, Geistlicher Leiter

23. Dezember

Was, morgen ist schon Weihnachten? Die Zeit verging aber wie im Fluge, was noch alles zu erledigen ist, und Geschenke fehlen auch noch…

Wo sollen wir nur bleiben heute Nacht? Die Geburt steht kurz bevor und es gibt kein freies Bett, keine Möglichkeit für die Niederkunft…

Puh, alles noch geschafft, das war knapp. Das Festmahl duftet, die Kerzen leuchten und die Geschenke überdecken fast den Baum – Frohe Weihnachten

Gott hat uns einen Stall geschenkt, in dem sein Sohn zur Welt kommt. Es duftet nach Stroh und Tieren. Über dem Stall strahlt ein Stern und dieses Geschenk im Stall, es überstahlt alles in der Welt.

Text und Bild: Daniel Buchholz, Geistlicher Leiter

21. Dezember

Nada de turbe – nichts soll dich ängstigen

Dies war der Titel der Oasentage in diesem Jahr. In der Auseinandersetzung mit diesem Thema habe wir viele Sorgen, Ängste und Nöte erkannt, die uns in der heutigen Zeit belasten. Aber wir konnten viel mehr mutmachende Dinge gegenüberstellen. In allem und über allem steht das Gottvertrauen und die Zusage: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.“ Ps.23. Darauf vertraue ich, dass Gott mit uns auf dem Weg ist und uns nicht alleine lässt.

Text und Bild: Daniel Buchholz, Geistlicher Leiter

20. Dezember

Der Dezember kann sicherlich schön sein, allerdings sind die Tage häufig grau und trüb. Die Sonne ist nicht zu sehen und so richtig hell wird es nicht, bevor es viel zu früh schon wieder dunkel wird. Ein bisschen schlägt mir das auf die Stimmung und ich bin selber etwas träge. Da bietet der Advent einen schönen Gegenpol. Brennende Kerzen in der Dunkelheit und der Duft von leckeren Keksen heben dann die Stimmung. Die ist wichtig, auch für Menschen, die es sich nicht leisten können. Hier macht die okaJ ein schönes Zeichen, wenn die Mitglieder des katholische Jugendverbands Zuhause Plätzchen backen, um sie dann bedürftigen Menschen zu spenden. Wo können wir im Advent Freude verschenken?

Text: Sascha Rösler, Diözesaner Arbeitskreis

Bild: Gabriele Trägner-Friedrich In: Pfarrbriefservice.de

19. Dezember

Früher in Krippenspielen, war es immer die Herbergssuche, die mich faszinierte.

Maria und Joseph klopften an viele Türen, doch wussten sie nicht, was sie erwarten wird, hinter den Türen, wird es einen Ruheplatz geben für die hochschwangere Maria?

Auch wir wissen nicht, was hinter den Türen in unserer wunderschönen Stadt Berlin passiert.

Während Corona ist, im Jahr 2020 die Zahl der Betroffenen von häuslicher Gewalt um 20% (Weisser Ring) gestiegen, vermutlich gibt es da auch noch eine höhere Dunkelziffer. Betroffene sind ALLE, Frauen, Männer und Kinder.

Seien wir aufmerksam, in dieser schönen Zeit und beten wir gemeinsam, dass sich Menschen mutig aus der Situation heraus befreien können und dass gerade die Kinder einen Raum finden können, wo sie Schutz und Halt erfahren können.

Text: Sophie Dziaszyk, Diözesanleiterin
Bild: Yohanes Vianey Lein In: pfarrbriefservice.de