16. Dezember

Die zerrissene Kirche

Wir merken seit einiger Zeit deutlich, dass die römisch-katholische Kirche in unserer Diözese und in unserem Land vor einer Zerreißprobe steht. Auf der einen Seite stehen die liberalen Befürworter von Veränderungen und auf der anderen Seite die konservativen Bewahrer des Altbewährten:

Gestritten wird über die vergangenen und aktuellen Skandale und der Umgang mit ihnen, 

gestritten wird über die Einrichtung von Pastoralräumen,

gestritten wird über das Zölibat und die Rolle der Frau in der Kirche,

gestritten wird über den Umbau der Hedwigskathedrale, 

gestritten wird über den synodalen Weg!

Als Kolpingmitglied frage ich mich: Was für einen Ratschlag hätte er der Kirche auf diesen steinigen Weg gegeben? Vielleicht wären es genau diese Worte von ihm:

Soll das Volksleben kirchlicher werden, muß das kirchliche Leben volkstümlicher werden.“

Das gibt keine Harmonie, wenn der eine sich anstrengt, wie ein Engel zu singen, und der andere lärmt wie ein Brüllochs‘.“

Die wahre christliche Liebe muß auf’s neue die Welt erobern.“

Das waren für das kirchliche Leben gerade die schlechtesten Zeiten nicht wo sie betteln ging.“

Text und Bild: Adalbert Jurasch, Diözesanvorsitzender Kolpingwerk Berlin

Anmerkung: der Brüllochs ist ein ungeschnittener Ochse.

14. Dezember

Der Weg zur Krippe war für Maria und Josef eine Reise. Auf in eine andere Stadt. Bestimmt war die Reise nicht so angenehm, wie Reisen für uns heute ist. Reisen bedeutet auch, dass man abends nicht in seinem bequemen Bett liegt, wie ich im letzten Monat selber erfahren durfte. Trotzdem kommt man jeden Abend irgendwo an und findet ein Bett. Man ist an einem neuen Ort willkommen und findet vielleicht auch etwas Gesellschaft. Hoffentlich. Für Maria und Josef klappt es in der letzten Nacht dann nicht mehr, wie wir aus der Weihnachtsgeschichte wissen. Von daher ist die Geschichte auch eine Erinnerung daran, Reisenden Gemeinschaft und Unterkunft zu geben. Dies ist auch ein Kern unseres Verbands. Lassen wir Reisende auch bei uns willkommen sein.

Text: Sascha Rösler, Diözesaner Arbeitskreis

Bild: Peter Weidemann In: Pfarrbriefservice.de

13. Dezember

Lucia – der Name ist Programm. Übersetzt heiß er „die Leuchtende“. Die im Jahr 310 im süditalienischen Siracusa als Blutzeugin gestorbene Heilige wird besonders in Schweden verehrt. Hier, wo die dunkle Jahreszeit besonders dunkel ist, kommt „die Leuchtende“ gerade recht. Vor unserer heutigen Kalenderrechnung war der 13. Dezember die längste Nacht, der dunkelste Tag des Jahres. Der Dunkelheit und Finsternis mit all den Gefahren, Ängsten und Bedrohungen wurde die Lichtheilige entgegen gestellt. Da spielen Kerzen eine wichtige Rolle. Das ganz starke Bild: Ein Mädchen im weißen Gewand spielt die heilige Lucia. Sie bringt den Armen gute Gaben. Damit sie die Hände dafür frei hat, trägt sie einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf. Ihre Botschaft für uns in diesem Advent: Die Hilfe für die Notleidenden, bringt Licht in die Welt. Sie erinnert uns an das Wort der Heiligen Schrift: „Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,14) An ihrem Gedenktag darf man in Schweden schon mal von den leckeren Weihnachtsplätzchen kosten. Bestimmt nicht nur da …

Text und Bild: Pfr. Lutz Nehk

12. Dezember

Unfreiheit und Freiheit;

Angst und Mut;

Hass und Liebe;

Desorientierung und Orientierung;

Krieg und Frieden;

Verzweiflung und Zuversicht

Schuld und Vergebung;

Unglauben und Glauben;

Tod und Auferstehung;

Bei der Geburt Jesu verkündeten die Engel: 

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“ (Lk, 2,14)

Und als Erwachsener sagte uns Jesus: 

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh, 14,6)

Text und Bild: Adalbert Jurasch, Diözesanvorsitzender Kolpingwerk Berlin

11. Dezember

Der Adventskranz wurde 1839 von dem evangelisch-lutherischen TheologenJohann Hinrich Wichern eingeführt und etwa 1925 von der katholischen Kirche übernommen. Der „Wichernkranz“ hatte dabei vier große Kerzen für die Adventssonntage und kleine Kerzen für jeden Tag.

Am 1. Advent sah ich im WhatsApp Status eine Menge Adventskränze, gerade von Menschen, die der Kirche eher fernstehen. Im Discounter und überall finden wir heute Adventskränze. Auf einmal wünschen die Menschen kein schönes Wochenende, sondern einen schönen 1. Advent.

Wie schön wäre es, wenn all diese Menschen den wirklichen Sinn des Adventes kennen würden.

Gott, ich bitte dich heute für all die Menschen, die nicht wissen was der Advent bedeutet, schenke ihnen Licht für ihre Dunkelheit.

Text: Daniel Buchholz, Geistlicher Leiter
Bild: Stephan Wallocha

9. Dezember

Ich muss gar nicht hoch hinaufsteigen, wenn ich Dich treffen will. Du bist nicht da, wo die Luft für normale Menschen „dünn“ wird. Wo sich nur noch Spitzenkräfte tummeln. Und solche, die sich dafürhalten. Die Zahl derer, die es bis hierherschaffen, ist überschaubar. Die an der Spitze stehen, wollen, dass das auch so bleibt. Hier ist kein Platz für Gott. Er ist ganz unten. Bei den Absteigern und Aussteigern. Den Nobodys.

Schon seine Geburt war nichts für die Klatschspalten: Das Bett aus Stroh, Stallgeruch statt Babyöl, nicht die High Society gratuliert als Erstes. Weil Gott ganz unten ist, fängt er alle auf, die hier landen. Gut zu wissen!

© gott.net (http://gott.net) Illustratin C.Habicht; Text: Gunhild Aiyub

8. Dezember

Maria beeindruckt mich immer wieder.

Lange habe ich nicht verstanden, wie man eine Frau so verehren kann, mit Rosenkranz, Maiandacht, Wallfahrtsorten, eine Frau, die so demütig im Hintergrund steht.

Aber gerade dieses demütige macht sie aus, das stille im Hintergrund bleiben und sie verliert trotz der gesamten Ungewissheit in ihrem Leben, nie den Mut.

Maria, eine ganz einfache Mutter, wie wir sie aus der Bibel kennen, die es auch nicht immer unbedingt so einfach mit ihrem Kind hatte, das Kind was im Tempel verschwand, seinem Vater folgte, gelitten hat und ihr Tod in Schoß gelegt wurde, würde das unsere menschliche Mutter alles aushalten?

Vermutlich würde es ihr das Herz brechen, Maria vertraute auf dem was kam, schon in der Krippe: Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. (Lk, 2,19)

Text: Sophie Dziaszyk, Diözesanleiterin
Bild: Sr. M. Andrea Walterbach In: Pfarrbriefservice.de

7. Dezember

Ich las von einer Schildkröte die geschätzt 190 Jahre alt ist. Wie kann sie so alt werden? Die Schildkröte ist gemütlich und hat einen dicken Panzer. Das wäre doch was für meinen Alltag, Gelassenheit und nicht alles an mich herankommen lassen.

Text: Daniel Buchholz, Geistlicher Leiter
Bild: Mark Phillips